Sonntag, 9. Juni 2013

Keine Zeit für Alice



"Keine Zeit! Einfach keine Zeit!" Hektisch blickt der große Hase auf die Taschenuhr in seiner Pfote.

"Ich muss zeitig sein! Es ist doch schon längst die Zeit vorbei für das Zeit-haben." Das Langohr eilt mit Riesenschritten in den Garten. Mit einer Uhr gibt es keine Zeit für Freizeit, denn jede Sekunde wird gemessen und wer keine Zeit verlieren will, muss mit der Zeit gehen, die dafür rennt.

So hat der Hasenläufer keine Zeit für die Raupe oder einen Hutmacher, die gemütlich ein Schwätzchen in der Dämmerung halten. Nur für die immer müde Schlafmaus ist schon längst wieder Schlafenszeit.

Der verrückte Hutmacher findet es noch viel verrückter, wenn man sich keine Zeit nimmt für die Freunde. Auch die Raupe weiß, dass alles seine Zeit hat. So kann sie nur warten, bis sie sich in einen Schmetterling verwandeln kann.

Zeit hat der Hase jetzt wirklich nicht mehr. Die Zeit verrinnt zwischen seinen Pfoten. Die Uhr zeigt es doch unerbittlich: "Oje, oje so viel Zeit ist schon weg. Mir gestohlen und für immer weg!"

Dafür kann einer Giraffe die Zeit gestohlen bleiben. Sie hat sich eine Auszeit genommen und die Schubkarre mitten auf der Freifläche abgestellt. Der Langhals pfeift auf ein ständig rollendes Räderwerk, dass die Karrenschieber dabei voran treibt. Bewegung ist doch kein Selbstzweck und wird oft einfach überschätzt.

Gerome streckt sich noch einmal richtig aus für einen fast reglosen Müssiggang. So eine Räderkarre ist am Anfang noch praktisch, um den richtigen Gartenplatz anzusteuern, doch jetzt soll bitte alles so bleiben, wie es ist.

Eine Grinsekatze zieht nur eine spitze Schnute, wenn sie dieses aufgeregte Gerenne von dem hektischen Zeitjäger sieht. Obwohl im Moment ist Lulu eher ein träger Grinsehase.

"Ich falle aus der Zeit!" Wie kann er nur Zeit sparen, um wieder aufzuholen. Noch schneller laufen? Oder genauer messen ... in Hundertsteln und Tausendsteln? Vielleicht gewinnt man so Zeit?

Ups, das kleine weiße Kaninchen sieht aber sehr neugierig aus. Da hilft nur, dem kleinen Zeitfresser keine Minute für lange Zwischenfragen zu geben: "Keine Zeit!" stößt der große Hase atemlos hervor: "Absolut keine Zeit!"

Dem Eilhasen fehlt wirklich die Zeit für naseweise Nager mit den bohrenden Fragen. Es fängt mit einem harmlosen 'warum' an und dann folgen endlose weitere. "Warum musst du dich so abhetzen? Warum hast du keine Zeit? Warum kommst du zu spät? Warum hast du überhaupt einen Termin gemacht? Warum kann man sich nicht zufällig treffen? Warum ist das dann eine Zeitfrage? Warum dauert sonst alles länger? Warum ..."
  
"Psst! Ist die Frühstückszeit vorbei?" Die beiden Harlekine haben sich schon am Morgen im Garten versteckt, bevor wieder die Clowns verfrühstückt werden können. Jetzt haben sie unter den Büschen das Gefühl für die Zeit verloren.

Es wird bald wieder Abend, diesen Tag haben die Spaßhappen überstanden. Nur knurrt den beiden inzwischen selbst der Magen. Das kommt davon, wenn man selbst nie zum Frühstücken kommt.

Auch 'der mit dem Hasen maust' hat keine Zeit. Er sammelt schon eifrig Stecken und Stöcker für Marterpfähle und Totemstämme. Er will rechtzeitig für den nächsten Indianersommer bereit sein. Auch ein Poccahoppy will wissen, wann es endlich los geht.

Ist es überhaupt ein Gewinn, wenn die Zeit läuft? Woher soll das ein von ihr Getriebener wissen? Was macht Zeit wertvoller? Wenn man mehr reingepresst bekommt, weil hase noch schneller rennt. Oder eine teure Uhr, auf der man sie ablesen kann?

Zwei kleine Bären konnten nicht mehr warten und haben schon mal die Karten neu gemischt und gut verteilt.

Erleichtert hebt der abgehetzte Schnellläufer die Pfote, um hastig zu grüßen. Fast noch in der Zeit kommt der Hase bei seinem Termin an. Eben gerade noch rechtzeitig zu einer Partie Mau Mau mit Alisa und Conroy. Die kleine Bärin will gerade zurück winken ... als der Bärenjunge sich schnell rüber beugt. "Heh, nicht schmulen!" ruft sie entrüstet. "Ich doch nicht!"

Sie spielen Miau-Miau?


Fotos: W.Hein

Keine Zeit ist ein gehetztes Langohr von den Tonni Bears. Seit der Hase eine Uhr hat, macht dem weißen Kaninchen von Alice im Wunderland Konkurrenz. Auch Deb Canham kennt sich im Wunderland aus, denn der kleine Hutmacher, die Schlafmaus und die Raupe kommen aus verschiedenen Alice-Collectionen. Die schwarze Katze Lulu von den Stepi Bären ist eigentlich keine Breitgrinsekatze, aber sie hat die Rolle bekommen, weil unsere grauen Katzen sich überhaupt nicht für Grimassen begeistern können. Nun muss Lulu nur aufpassen. dass übereifrige Bären das rosa Hasenkostüm nicht für die perfekte Zusammenfassung aus Flamingoschlägern und kugeligen Igelbällen halten, um damit herum kicken zu können. Spitzhut Gideon ist auch ein Stepi Bär aus Berlin und Buntpetz Pepito ein Valdorf Bear aus Herford. Giraffen tauchen bei Alice zwar eher selten auf, aber Gerome von den Hampton Bears saß einfach unterwegs im Weg herum und die Robben und Walrösser sind schon im Winterquartier. Der Sommerindianer Hasenmaus kommt aus den Niederlanden von Bell Bears Design. Die kleinen Hoppies hat die North American Bear Company ausgestattet. Jetzt fehlen noch Alisa und Conroy von den Rica Bären, die ein Tierkartenspiel vom Fressnapf entdeckt haben. An diesem Spiel hätte die Herzkönigin nun überhaupt keine Freude, weil Herz und Karo ökig grün sind. Und die grüne Rose ist inzwischen aus unserem Garten verschwunden.


Donnerstag, 6. Juni 2013

Karotte auf der Flucht



"Ich reiß deine Rüben mit Stumpf und Stiel aus!" Laut gellt es durch den Garten. "Versuchs nur, dann mach ich dich platt wie eine überreifes Nachtschattengewächs!" schallt es prompt zurück. Die Karotte zuckt jedes Mal zusammen und blickt ein wenig ängstlich auf Raupe und Tomate.

"Da metzelt dich mein Piepmatz nieder." Die hoppelnde Möhre treibt die anderen zur Eile an, bevor das Rufen schon wieder weitergeht: "Pah, dein halbgares Gemüse kommt in den Fleischwolf. Das wird blutig!" Es bleibt gefährlich für das Junggemüse, das sich vorsichtshalber in die Büsche schlägt.

"Los, beeil dich," flüstert ein Hoppy dem japsenden Tomatenhund zu. Vielleicht war es ja ein Fehler, sich als Hoppelhase auf die andere Seite der Nahrungskette zu begeben und sich als Karotte zu verkleiden. Klein Purrlie krabbelt als grüne Raupe unter die Blätter und das Mordsgeschrei nimmt kein Ende: "Rübe ab ... ich hab dich gewarnt."

Kleine Flügelbären verstecken sich in den höheren Stauden auf der Betonfläche. Wenn sie vorsichtig bleiben, können sie vielleicht sehen, wer dort so gemeingefährlich lärmt: "Das ist so einfach, wie Nüsse mit dem Vorschlaghammer zu knacken. Ratzfatz ist das nur noch Krümelkram!"

Neugierig schwingt sich das Sonnenküken im Schatten der Blätter nach vorn. Unten wird es wieder lauter: "Und Platsch! Da wird das nächste Möhrchen versaftet."

Schwein bedroht Bär. Und die Königin gibt Geleitschutz. Plümm schiebt sie rechtzeitig in Position. Das Hasenmädchen muss aufpassen, das sie beim Möhrenschach immer alles im Blick behält.

Die Kleine hat einen Bienenstock gegriffen, der noch unberührt in der Ecke stand. Den 'rohrschacht' sie mit dem grauen Kuhkönig, bevor das fiese Schaf kommt. Das darf so krumm hüpfen, das es auch von der Verteidigungslinie der Nüsse nicht gehalten wird.

Der Schiebepinguin passt inzwischen auf die gefangenen Mohrrübchen auf. Die waren so eifrig voran gestürmt, dass sie schnell weggerupft waren. Doch jetzt ist Plümm wieder dran: "Jetzt gibt es Gehäcksel mit Nussmehl!"

Schon pirscht sich das Sonnenküken auf der Sonnenblume an die Biene ran, die das Schaf reitet. Plümm pfeift leise vor sich hin, damit die Biene und damit auch eine kleine Bärin keinen Argwohn schöpfen.

Das Schaf mäht gerade das Schwein um. "Das zählt nicht!" Die Hasendame ist entrüstet. "Woll!" kichert die Kleine.

Plümm nimmt die Hasenkönigin und bereitet den nächste Angriff vor. Das muss die Bärin sich genauer ansehen.

Noch ein Zug, die Häsin hält es vor Freude kaum auf dem Stuhl. Dann schimpft die helle Petzeline, denn nun ist das freche Schaf einen Kopf kürzer. Von hinten hat sich eine große Blume angeschlichen: "Hahah! Sonnenküken schlägt Schnucke."

Die Kleine sammelt erst einmal wieder Königin, Vogel und die beiden Bienenstöcke, bevor sie wieder versucht den gefleckten Kuhkönig zu umzingeln. Die Häsin schiebt eifrig ihre Hasenkönigin von einem Brennpunkt zum nächsten. Und eine grimmige Sonnenblume baut sich vor dem gekrönten Rindvieh auf. "Komm nur, wenn du Federn, Fetzen und Fitzelstücke fliegen sehen willst."

Das lässt sich die Petzeline nicht zweimal sagen. Sie steigt auf den Stuhl und hält sich an der Lehne fest, bevor sie den Honigbatzen weiter nach vorn schiebt. Die Hasenkönigin kann nichts machen, weil sonst die Bärenkönigin sie niederstreckt. "Hihi, das wird eine Schlachteplatte."

Da kann die kleine Bärin noch so lange rum hangeln, wie sie will, um dem Hasenpack mit ihren Figuren auf den Pelz zu rücken. Plümm kennt sich aus: "Man muss das Rind erst umschmeißen, bevor man sein Fell verteilen kann." Wer so eifrig umher scheibt, verliert schnell den Überblick ...

Da fällt die Bärenkönigin, plattgemacht von der Sonnenblume. Plümm jubeliert und eine Kleine schwört Rache! Der König weicht aus und der graue Vogel pickt wenig später die Blume nieder. "Das zählt doppelt." Dann kommt aber das Schaf und walzt über den Flattermann. "Ich darf zweimal ziehen!" Nix da, jetzt verklebt der Honig vom Bienenstock die Schnucke. Die zweite Sonnenblume, die Hasenkönigin und am Ende auch der unachtsame Bienenstock müssen nun vom Brett.

"Das heißt jetzt wohl schachpatt!" Sie haben so kräftig aufgeräumt, dass nur noch die beiden Kuhkönige übrig sind. "Ja Mist, das ist ein Unentschieden."


Fotos: W.Hein

Das Hoppy, die Katze und der Hund kommen aus der großen Muffy VanderBear-Welt und tragen die gemüsigen Kostüme vom Salat-Ballet. Der Schachtisch mit den Stühlen gehört auch zur Muffy-Ausstattung ... genauso wie die Kleider der beiden Schachspielerinnen. Die gewitzte Plümm ist ein Langohr von den Tonni Bears. Die Kleine ist eine helle Rica-Bärin und der Schiebepinguin von Deb Canham hat Pause.


Auf ein Neues. "Deine Möhren werden gerupft." Die Kleine zieht die nächste Figur. "Vorher knacke ich deine Nussreihe und zupfe deinen Bienen die Flügel einzeln raus." Plümm lässt sich doch nicht von einer Schafschieberin vorführen. Und eine ängstliche Karotte bleibt im Grünen lieber auf der Flucht.


Montag, 3. Juni 2013

Pimp my Bollerwagen



"Wuuuuu-hah!" Die schnellste Nagersause der Stadt ist wieder unterwegs. Joris und Naseweis haben es nicht länger in diesem plattbödigen Haus ausgehalten, wenn die beste Natur-Rase-Runter-Piste direkt vor der Tür liegt.

Damit die Mädels nicht wieder meckern wegen dieser 'unsichtbaren' Gefahren für die anderen Verkehrsteilnehmer, hat die Rennratte extra EL-EH-DE-Tagfahrlichter an den roten Blechraser montiert. Und für alle Fälle noch eine Klingel an den Lenker geschraubt.

Am Heck klebt sogar noch ein Katzenauge. Und die Miezen im Haus waren ganz schön erleichtert, dass es sich hierbei nur um ein blinkendes rotes Plastikteil handelt.

Der beste Schutz ist natürlich ihre Fast-Überschall-Geschwindigkeit, mit der sie über den Asphalt brettern, nager muss dafür am Anfang einfach mehr Schwung mitnehmen.

Dann sind sie nämlich schon wieder weg, bevor sich die großen stinkenden Blechmonster in den Weg stellen können.

"Wuuuuuuu-hah!" Das wird ein neuer Rekord, so schnell wie das Straßenende näher kommt ...

Joris hebt die Pfote: "Achtung, mein Renngehilfe: Mach dich bereit."

Sie sausen jetzt schon über den Nur-noch-dreißig-Schritte-bis-zum-Ziel-Hinweis hinweg. Es wird Zeit, dass der Bollerwagen-Pimpf das beste 'Sssäftiefietschur' äh Sicherheitsdingsbums von allen Renn-Neuerungen startet!

Der kleine Mäuserich am Heck öffnet den Bremsschirm. Das haben sich die beiden von den Weltrekordfahrern mit ihren Räderraketen auf den Salzseen abgeschaut.

Aber am Bremspunkt müssen sie noch arbeiten. So viel langsamer krachen sie noch nicht auf die Bordsteinkante, als Ihnen die Straße ausgeht.

"Uuuuuuuuuuuu-ääääähhhhh!" rollen die beiden Rundohren übereinander.

"Also die Sausgeschwindigkeit ist schon gut," ächzt die Ratte, als sie sich langsam aufrichtet, "aber entweder brauchen wir eine längere Strecke oder satte Prallkissen am Zielpunkt." Der kleine Naseweis betrachtet inzwischen den enttäuschenden Bremsschirm: "Vielleicht stimmt die Farbe nicht?"

"Ihr seid doch verrückt, so über öffentliche Straßen zu heizen!" Die Mädels sind immer noch nicht zufrieden, als sie bei den beiden Asphaltrennern ankommen, die immer noch matt im Straßenstaub liegen.

"Sag Ihnen, wie blöd wir das finden," zupft die kleine Altklug am Arm der großen Ratte.

"Was wollt ihr denn?" schimpft Joris. "Wir fressen doch schon Staub." Und Naseweis versteht die ganze Aufregung auch nicht. Sie haben doch ein Achtung-hier-komm-ich-Licht und eine Platz-da-Klingel.

Shirley und Altklug können da nur fassungslos die spitzen Nasen schütteln. Die Jungens sind einfach unverbesserlich. Das finden die beiden eigentlich auch ... sie sind schon super, wenn man diese Schirmbremse mal außer Acht lässt.


Fotos: W.Hein

Die vier Nager kommen alle aus den Niederlanden, was wohl erklärt, warum manche Ratten etwas 'bergverrückt' sind. Shirley und Joris stammen von der Großnagerlinie der Tonni Bears und Naseweis und Altklug sind als Mausegeschwister bei den Tieren von Bell Bears Design gestartet. 

Wer sich im öffentlichen Raum auf die Augenhöhe von Plüschrennfahrer begibt, lernt dabei viele fürsorgliche Menschen kennen, die Angst haben, dass der Mann, der sich auf der Straße am Boden wälzt, ernsthafte Gesundheitsprobleme hat. Dabei fotografiert er nur Unfälle, hat zum Glück aber keinen. Das habe ich am Sonntagnachmittag fünf besorgten Passanten erklärt und nur zwei konnten darüber nicht wirklich lachen, weil sie noch viel zu aufgeregt waren. Wahrscheinlich sollten wir uns für solche Außeneinsätze große Warnschilder zum Aufstellen besorgen, mit dem Hinweis 'Achtung, Plüschstier-Fotos' oder 'Bitte weitergehen! Bodenarbeiten für einen Bärenblog'. Das würde aber sicher nicht das obligatorische altkluge Kind abhalten, das erst fragt, ob es auch ferngesteuerte Bollerwagen gibt. Und wenn es erfährt, dass es um Fotos fürs Internet geht, feststellt, dass manche Menschen dort lieber Videos schauen, weil das weniger langweilig ist. Nun, wer sich hier langweilt, muss sich eben etwas anderes ansehen.